*Wer fällte die...
...Beuyssche Eiche?*


 

Sehr geehrter Herr Pas,
Sie haben in Kassel Veranstaltungen mit dem Namen documenta durchgeführt. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Name "documenta" beim Deutschen Patent- und Markenamt rechtlich geschützt und die documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH alleinige Rechteinhaberin ist. Somit möchten wir Sie auffordern, den Namen nicht mehr zu verwenden sowie die Informationen aus dem Internet zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Leifeld (documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH)


 
Drei monatige Installation einer gefällten Beuysschen Eiche in der Kassler Innenstadt im Rahmen einer Ausstellung des Stellwerk/Kulturbahnhof Kassel während der documenta XII.

Mit großem Aufwand wurde die 13 Meter lange Eiche am 28. Juni auf der Treppenstraße, Höhe Wolfsschlucht im Zentrum Kassels installiert. Unter dem Titel "Wer fällte die Beuyssche Eiche" war der Baum seitdem bis zum Ende der documeta in der ältesten Fußgängerpassage Deutschlands zu sehen.

Die Arbeit bezieht sich auf das Landschaftskunstwerk 7000 Eichen von Joseph Beuys, das 1982 auf der documenta 7 der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt wurde. In Hinblick auf die allgemeine Verstädterung ist Beuys Arbeit eine umfangreiche künstlerische und ökologische Intervention, die den urbanen Lebensraum nachhaltig verändert hat. Nach anfänglichem Unverständnis nahm die Akzeptanz mit jedem gepflanzten Baum zu und ist heutzutage Stadtbild prägend und nicht mehr weg zu denken.

Über die Städteplanung hinaus hat heutzutage auch die Industrie das ökologische Bewusstsein als Imagestrategie erkannt. Man denke an ?Bierkästen saufen? für den Regenwald (Krombacher), Holzzertifizierung, Grünbepflanzung in Verwaltungseinrichtungen hinter Glasfassaden, Baumpatenschaften, bis hin zu der Imagekampagne von Saab, Hauptsponsor der documenta, der in Kassel für einen angeblichen klimaneutralen Ethanol aus gefällten Ahornbäumen geworben hat.

Am Samstag den 15. September, nach dreimonatiger Ausstellungsdauer, zerlegte jae pas die Skulptur in einer siebzehn-stündigen Kunstaktion mit Motorsägen und mit der Unterstützung der Passanten und Besucher in Kaminholz große Kunststücke. Von den Künstlern mit Brennstempeln signiert, wurden die Stücke zum aktuellen Eintrittspreis der Documenta an das internationale Publikum verkauft.

Dort wo die Eiche lag, konnte die Wiese während der drei Monate nicht gemäht werden. Die Silhouette des Baumes und die Spuren der Kunstaktion waren bis zum Ende der Documenta am 23. September auf der Treppenstraße zu sehen. Das ein oder andere Beuyssche Holz befindet sich jetzt schon im interkontinentalen Handgepäck auf Reisen. Auch in Münster ist ein Teil der Eiche gelandet und in der Ausstellung 'Excluse me Officer...' der Galerie Goeken neben Drucken und Videos von jae pas zu sehen.